E-Rechnung: Der neue Standard in Europa
Die elektronische Rechnungsstellung wird europaweit und darüber hinaus zum Standard. Immer mehr Länder führen verpflichtende E-Invoicing- und E-Reporting-Systeme ein, teilweise mit sehr unterschiedlichen technischen und rechtlichen Anforderungen. Für international tätige Unternehmen entsteht dadurch ein komplexes Compliance-Umfeld.
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Die wichtigsten Länder im Überblick
In Europa und darüber hinaus entwickeln sich die E-Rechnungspflichten rasant und sehr unterschiedlich. Während einige Länder bereits vollständig auf strukturierte elektronische Rechnungen umgestellt haben, stehen andere noch am Anfang der Einführung. Hier finden Sie einen kompakten Überblick über die aktuelle Situation und die nächsten Schritte in den für Sie relevantesten Ländern.
Deutschland
XRechnung, ZUGFeRD
Empfangspflicht seit 01.01.2025, Ausstellung ab 2027 / 2028 je nach Umsatz. Dezentraler Austausch, kein Clearance-System.
Frankreich
Factur-X, UBL, CII
Empfang ab 01.09.2026, Ausstellung je nach Umsatz ab bis 2027 verpflichtend. Zertifizierte Plattformen (PA) und Chorus Pro (B2G).
Österreich
ebInterface, Peppol BIS
Verpflichtende E-Rechnung ab 01.01.2027 für B2G. Peppol-basiertes 5-Corner-Modell mit Reporting an die Finanzverwaltung.
Belgien
Peppol BIS
B2B-E-Rechnungspflicht seit 01.01.2026. Empfang und Versand über das Peppol-Netzwerk. Wenige Ausnahmen.
Italien
FatturaPA XML
Strukturierte E-Rechnungspflicht seit 01.01.2019, vollständig seit 01.01.2024. Zentrales Clearance-System SdI.
Slowakei
Peppol BIS
Verpflichtende E-Rechnung ab 01.01.2027. Peppol-basiertes 5-Corner-Modell mit Reporting an die Finanzverwaltung.
Polen
KSeF-XML
Vollständige B2B-Pflicht seit Anfang 2026. Zentrales Clearance-System KSeF. Mikro-Unternehmen ab 01.01.2027.
Portugal
CIUS-PT-ATCUD
B2G-Pflicht seit 2026. Keine B2B-E-Rechnungspflicht, aber ATCUD, QR-Code und SAF-T-Reporting sind verpflichtend.
Spanien
Facturae, strukturiert
B2G-Pflicht seit 2015 über FACe. B2B gestaffelt ab 10/2027 (> 8 Mio. €) und 10/2028 (alle). Zusätzlich Veri*Factu ab 2027.
Die wichtigsten E-Invoicing-Modelle
Weltweit haben sich drei grundlegende Modelle für die elektronische Rechnungsstellung etabliert. Das Verständnis dieser Modelle hilft Unternehmen, die Anforderungen der einzelnen Länder besser einzuordnen und die richtige technische Strategie zu wählen, denn die Wahl des Modells hat direkte Auswirkungen auf IT-Architektur, ERP-Integration und laufende Betriebskosten.
Clearance-Modell
Die Rechnung muss vor ihrer rechtlichen Gültigkeit über eine staatliche Plattform laufen und validiert werden. Erst nach Freigabe durch die Behörde gilt die Rechnung als ausgestellt.
Italien, Polen, Rumänien, Türkei
Peppol-Modell
Der Austausch erfolgt dezentral über zertifizierte Access Points (vier- oder fünf-Ecken-Modell). Es gibt keine zentrale staatliche Freigabe der einzelnen Rechnung.
Belgien, Deutschland, Niederlande, Norwegen, Österreich, Schweiz
Hybrid-Modell
Private oder zertifizierte Plattformen übernehmen den Rechnungsversand, während gleichzeitig Transaktionsdaten an die Finanzverwaltung gemeldet werden müssen (E-Reporting).
Frankreich, Spanien, Portugal, Slowakei
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